23.11.2013

HELLO, ROTARY

Ihr lieben Indien-Interessierten, wir hatten am Montag die furchtbar tolle Gelegenheit, unser Projekt bei einer Sitzung des Rotary Vereins Naumburg vorzustellen und nochmal um Unterstützung zu werben. Das war eine ganz tolle Erfahrung! Maxi und ich, Amelie, waren ersteinmal unglaublich beeindruckt und etwas eingeschüchtert, als die Rotarier über andere Hilfsprojekte, die sie unterstüzen, sprachen. Man bekommt im Alltag leider viel zu wenig mit, was für tolle Projekte es auf der ganzen Welt gibt und die Konzeption des Rotaryclubs ist auf jeden Fall auch eines dieser wirklich tollen Projekte. Dann durften wir das Wort ergreifen, und da das ganze sehr spontan war und wir gerade noch so diesen Termin bekommen hatten, fingen wir an einfach mal zu erzählen. Wir müssen wie Kinder vor einem Weihnachtsbaum ausgesehen haben, denn immer wenn man über sein eigenes Projekt spricht und versucht es anderen zu erklären, wird einem wieder bewusst, wie toll das ganze ist und wie sehr man sich freut. Gefreut haben wir uns auch über das Interesse dieser engagierten Menschen, die sogar neben Familie und Arbeitswelt noch Zeit für "an andere denken" finden. Nachdem wir unsere Ausführungen beendet hatten und wir noch alle Fragen der Anwesenden beantwortet hatten, erwarteten uns tolle Gespräche angefangen von Anekdoten zu Schulpforte, unserem Internatsgymnasium, über eigene Erfahrung in Indien, zu Buchempfehlungen. Aber jeder der uns entgegentrat fand liebe Worte und das war mal wieder eine dieser Sternstunden, die einfach furchtbar glücklich machen. Wir konnten uns einfach austauschen und an diesen Begegnungen wieder etwas mitnehmen. Unsere Fairtrade-Bio-Macadamianüsse aus Kenia waren auf jeden Fall ein Verkaufsschlager an diesem Abend und auch andere Hilfe erwartete uns. Unsere Mission ist es jetzt, in ein paar Monaten schon nach der Reise, zu Rotary zurückzukehren und dann exklusiv von unseren Erfahrungen in Indien zu berichten. Darauf freuen wir uns auch schon ungemein, denn es ist einfach toll, wenn Menschen verstehen, dass man sich auch als junger Mensch für fremde Kulturen interessiert und an Aufgaben wachsen möchte. Danke Rotary, wir kommen wieder!

KULTUR ROCKT - ein Workshop-Wochenende


Da hat man schon wieder 2 Klausuren in einer Woche geschrieben, eine schlechte Mathenote bekommen, einen Berg an Hausaufgaben und sitzt Freitagnachmittag mit dem Ausblick auf ein Workshopwochenende schon etwas verzweifelt da. Nicht ausschlafen, Stunden im Workshop verbringen, nicht nach Hause fahren dürfen und das am Samstag UND Sonntag. "Super", dachten wir. Aber verdammt, wir müden Workshop-Muffel wurden eines besseren belehrt! Uns begrüßte eine sehr sympathische, aufgeschlossene Frau im Rittersaal des schönen Fürstenhauses unserer Internatsschule und ein Lächeln kann, auch an einem Samstagmorgen, Berge versetzen. Wir wurden gleich mit einem teambildenen "Energizer" wachgemacht, der uns erstmal zeigte, wie schwer Kommunikation ohne Worte sein kann, auf jeden Fall ein wichtiger Punkt, mit dem klarkommen muss, wenn man in Länder wie Indien reist. Der Workshop machte riesen Spaß und auf unserer, von Anglizismen durchzogener, Agenda standen folgende Punkte:

¢                        Samstag                                                                  Sonntag

¢                      Einstieg/ Get2know                                                    Kulturshock

¢                        Kultur? Was ist das?                                             Akkulturation

¢                       Icebergmodel                                                            Simulation

¢                      Sozialisation                                                      Überraschungsgast

¢                         Werte                                                                    Koffer packen

¢                      Vorurteile/Stereotypen                                          Teampflege

¢                      Interkulturelle Kommunikation                                Ausstieg

¢                                Botschfafterrolle

Das waren auf jeden Fall tolle Punkte, die uns viel Erkenntnis brachten, viel Neues und ein ganz neues Teamgefühl. Am besten hat uns dabei der Punkt "Überraschungsgast" gefallen. Franzi, unsere junge Workshopleiterin, gab uns die Möglichkeit mit einem waschechten Inder zu skypen, der uns schon die wichtigsten Fragen, die uns auf der Seele brannten von Wie verhalte ich mich richtig? Was darf ich anziehen? bis Was geht gar nicht? beantworten konnte. Alles in allem, wurden unsere Erwartungen bei Weiten übertroffen und unsere Vorfreude ins Unermessliche gesteigert! Indien, wir kommen. Ganz, ganz bald.


 

TIME GOES BY SO FAST

Ach ja, je älter man wird, desto schneller vergehen einfach die Tage.
Für uns ist es so, als würde die Zeit gerade fliegen, als wäre das letzte Jahr einmal ganz schnell vorgespult worden und wir sind jetzt, ein Jahr später, nachdem wir begonnen haben dieses Projekt zu bestreiten, hier angekommen, unmittelbar in den Vorbereitungen zur Reise.
Das war wirklich keine leichte Zeit einerseits, aber andererseits ist es auch toll jetzt fast am Gipfel der Bemühungen angekommen zu sein und auf der einen Seite Indien schon fast zu sehen und auf der anderen Seite hinunter gucken zu können, auf die Strecke die man schon hinter sich gebracht hat. Unsere Visumsanträge sind nun auch endlich eingereicht, was wirklich ein Marathon war, gültige Pässe besitzen wir nun auch alle und geimpft sind wir auch (außer Vivi) gegen (fast) alle Possibilitäten.
Nun zu der oft gestellten Frage: Wie läuft/lief es mit dem Spendensammeln? Habt ihr alles zusammen?
Das war zugegebenermaßen kein leichtes Unterfangen. Gefühlte Millionen E-Mails und Briefe haben wir verschickt, bei diversen Radiosendern angerufen, hoffnungslose Gewinnspiele gemacht, die kostbare Zeit neben Klausuren und zwischenmenschlichen Problemen in Nebenjobs investiert. Oft gab es Absagen, sehr oft. Das war nicht besonders motivierend und oft hingen wir durch und dachten: Wieso interessiert sich denn niemand für dieses tolle Projekt? Aber es gab auch Sternstunden, in denen wir tolle Menschen mit großem Interesse getroffen haben und so liebe Unterstützung und Hilfe erfahren haben. Besonders Frau Reinhardt, unsere Koordinations-Welt:Klasse-Lehrerin hat uns sehr unter die Arme gegriffen und auch unsere Familien standen immer hinter uns. Somit haben wir jetzt so gut wie das gesamte Budget von 8000€ zusammen gekratzt.
Gelernt haben wir viel und gereift sind wir auch, auch jetzt schon, vor der Reise: Man muss den Mut haben, etwas zu wagen. Man muss durchhalten und dranbleiben können und Probleme und Stress souverän meistern, und vor Allem darf man eins nicht verlieren: die Begeisterung.

eure Amelie