31.12.2013

HAPPY NEW YEAR

Es gibt diese Nächte, in denen man sich fragt warum Müdigkeit eigentlich nicht zu Schlaf verhilft.
Aus einer dieser Nächte erwachten wir oder, sollte ich besser sagen einer dieser Nächte beendeten wir heute morgen 8.30 Uhr um uns unter eine eiskalte Dusche (also Schlauch an der Wand) zu stellen.
Dazu sollte auf jeden Fall noch einmal erwähnt sein, dass in Indien gerade Winter ist, für unsere Verhältnisse natürlich immer noch warm aber irgendwie hätten wir uns doch alle ein bisschen mehr über warmes Wasser gefreut.
Nun, sei es drum, nach einem kleinen Frühstück bekamen wir Besuch von einer Warli Künstlerin, sie zeigte uns in der darauf folgenden Zeit die Grundlagen dieser Kunst.
Warli ist eine Art (nun ja, in Deutschland würde man vielleicht von Höhlenmalerei sprechen) indische Stammeskunst, bei der aus einfachen Strichen bestehende Menschen, Pflanzen sowie Häuser an die Wände gemalt werden. Zu besonderen Anlässen wird diese Kunst auch heute noch an die Wände in indische Haushalten angebracht.
Natürlich fühlte ich mich zwischen den ganzen künstlerisch begabten Menschen im Raum ein wenig verloren. Trotzdem war das Ganze eine Erfahrung Wert.
Kurz darauf bekamen wir erneut Besuch von einem Professor eines örtlichen Colleges, der uns eine Menge über die indische Politik, Religion und Traditionen erzählte, dabei fällt mir einmal wieder auf, wie sehr ein Inder davon ausgeht, dass wir weder das Land Indien geografisch einordnen können, noch sonst irgendwelche Vorinformationen dazu haben („Mahatma Gandhi, you have ever heard about him?“)
Ich persönlich konnte der ganzen Sache nicht so gut folgen, mir für meinen Teil, hatte die gestrige Hochzeit den Magen verdorben und ich spürte nun die Auswirkungen davon. Kurz gesagt, mir war ganz schön übel, weshalb ich die anschließende Pause auch dazu nutzte einfach nur den versäumten Schlaf nachzuholen, dabei verschlief ich auch den anschließenden Lunch, wofür unser Gastvater Philipp zum Glück Verständnis zeigte, wie für eigentlich alles, auch, dass wir im Moment kein indisches Essen mehr sehen können (außer natürlich Vivi, der die Schärfe anscheinend gar nichts anhaben kann.)
Wir verbrachten also die restliche Zeit vor allem damit unsere kleinen Wehwehchen auszukurieren, zum Glück, denn nach ein bisschen Schlaf und Ruhe waren wir auch alle wieder in der Lage in Philipps Auto zu steigen und eine weitere aufregende Fahrt durch die Stadt zu erleben.
Diesmal hielten wir an einem buddhistischen Tempel, dort wurden wir allerdings sofort zur Hauptattraktion umfunktioniert. Jeder wollte ein Foto mit uns machen und so blieben wir eben geduldig stehen und lächelten in viele verschiedene Kameras mit völlig fremden Menschen im Arm.
Unser Gastbruder fand das eher belustigend, wie ziemlich viele Dinge, die wir sagen oder tun aber er ist ein lieber Kerl und ebenso wie seine Schwester Maria und den Rest der Kuruvillas haben wir ihn jetzt schon fest in unser Herz geschlossen. David und Maria fahren morgen zurück nach Mumbai, da ab morgen in Indien die Ferienzeit vorbei ist und die Beiden wieder studieren gehen, wir treffen sie dort leider erst am Tag unserer Abreise wieder, weshalb für den heutigen Abend eine kleine Happy New Year Party bei den Kuruvillas geplant war.
Überhaupt ist in der ganzen Stadt doch hier und da Neujahrsstimmung angesagt, in den örtlichen Clubs stehen Partys an und Maria erzählte uns, dass es durchaus ein paar Familien gibt, die ein kleines Feuerwerk veranstalten. Als wir uns an einem See niederließen, bekamen wir etwas von der Partystimmung mit und ein bisschen fühlte es sich an, wie in Deutschland zu sein, mit seine Freunden auf dem Weg zu irgendeiner Silvesterparty beschwingt durch die Straßen zu gehen um sich am Ende des Abends weinend und dankbar in den Armen zu liegen.
Denn, auch wenn für die meisten Hindus ein anderer Kalender gilt, bezieht sich dieser doch eigentlich mehr auf die zahlreichen religiösen Festivitäten und Rituale, morgen beginnt für alle Inder, ebenso, wie für uns das neue Jahr mit dem ersten Tag im Januar.
Uns zu liebe wurde dieses also auch mit einer kleinen Feier eingeleitet. Es gab Pizza, echte Pizza, ohne indische Gewürze schmeckte diese so schön nach zu Hause...
Unser Jahreswechsel erfolgte also mit dem typischen Countdown, zehn Sekunden vor 24.00. Uhr, sogar auf deutsch.
Wir stießen mit einem hausgemachtem indischen Wein, der viel süßer ist, als alle Weine, die wir in Deutschland so kennen, an, umarmten uns und wünschten uns A HAPPY NEW YEAR!
Wesentlich unspektakulärer und vor allem leiser als in Deutschland, war dies für uns alle wohl eine ganz andere Art Silvester zu feiern.
Wir schliefen noch lange nicht ein und in Gedanken begingen wir das neue deutsche Jahr zur deutschen Zeit, als es bei uns schon halb fünf in der Nacht war, mit euch daheim gemeinsam.
Möge es uns allen Glück bringen und uns vor allem am Ende gesund und glücklich wieder nach Hause bringen.
 
Maxi 
 
 

It's your lucky day


Wir sind noch nicht einmal einen Tag hier, doch wir haben schon so viel erlebt, dass es sich wie eine ganze Woche anfühlt. Ohne wirklich realisiert zu haben, dass wir jetzt in Indien sind, hat man sich schon an so viel gewöhnt. Zeitgefühl ist natürlich noch nicht wieder vorhanden; als wir um 7.50 Uhr am Flughafen in Nagpur ankamen, begann für alle der Tag, und für uns mehr die Nacht. Wir fühlten uns so, als hätten wir schon genug erlebt, die Reise war nicht gerade langweilig.

Bei jeder der tausend Passkontrollen und Gepäcküberprüfungen, durch die wir mussten, wieder Herzklopfen und die Angst, dass wir irgendwo nicht weiterkommen (es hatte uns nicht gerade Mut gemacht, dass wir gleich bei der allerersten Passkontrolle in Frankfurt stecken geblieben sind – wir dürften nicht ohne schriftliche Einverständniserklärung der Eltern fliegen, weil wir ja schließlich alle unter 18 sind. Das hatte sich glücklicherweise mit einem Anruf erledigt, aber wir wussten ja nicht, wo uns dieses Problem noch überall begegnen würde...) und immer die gleiche verwunderte, zweifelnde Miene als wir vier „kleinen“ Mädchen auf die Frage, wohin es denn ginge, antworteten: „Nach Indien!“

Aber das Glück war mit uns auf dieser Reise: wir kamen fast problemlos durch alle Kontrollen, das Gepäck kam überall richtig an, wir mussten nicht einmal Übergepäckkosten bezahlen (obwohl die Koffer deutlich zu schwer waren) und dann bekamen wir auf unserem Flug von Abu Dhabi nach Mumbai auch noch ein Upgrade in die Business Class, mit der Begründung: „It's your lucky day!“ - Wir konnten unser Glück kaum fassen: frisch gepresster Orangensaft; duftende, warme Handtücher zum frisch machen; Sitze, die per Knopfdruck zu Betten wurden (und dann auch noch mit Massagefunktion); Beinfreiheit; Kuschelsocken und Kuscheldecken und ein 4-Gänge-Menü (à la carte) als Vorgeschmack auf die indische Küche (wir wissen immer noch nicht, was wir da eigentlich gegessen haben... es war ungewohnt, aber lecker). Und natürlich für jeden einen eigenen Fernseher mit etlichen Filmen und Musik, den wir aber schon in dem Flug davor hatten, jetzt war er nur größer. Christina und ich hyperventilierten regelrecht vor Luxus, während Maxi und Amelie recht unbeeindruckt blieben, sie hatten so etwas ja schon mal erlebt, im Gegensatz zu uns... Turbulenzen gab es so gut wie gar nicht, trotzdem wird einem dann irgendwann mulmig, von dreimal hochfliegen und landen, wir waren also wirklich erleichtert als wir unser Ziel dann endlich erreicht hatten. Glücklicherweise war es in Nagpur nicht so heiß wie in Mumbai, wo wir alle vier hyperventilierten, aber diesmal vor Hitze und nicht vor Luxus, von diesem war dort am Flughafen nämlich nicht mehr so viel zu spüren. In Nagpur sind die Temperaturen ziemlich perfekt: wir haben angenehme Sommergrade und vor allem sind die Nächte schön mild – dabei reden die Inder die ganze Zeit davon, wie kalt es doch sei, das hier ist ihr Winter.

Mit unserer Laune ging es rasch bergauf als wir dann die (in meinen Augen) unglaublich schöne Stadt Nagpur sahen – mit vielen ungewohnten Bäumen und Pflanzen und den so anders lebenden Menschen. Verkehrsregeln kennt man hier nicht (es gibt sie erst gar nicht)- als wir aus dem Flughafen kamen lag vor uns eine Straße mit lauter dauerhaft hupenden Autos; zu Beginn ist das echt komisch aber ich habe mich jetzt schon daran gewöhnt, es hupt einfach immer und überall. Philip, der Vater der Familie, die uns betreut, erklärte mir, dass das hier (anders als in Deutschland) überhaupt nicht böse gemeint ist, während er mich zu dem Gelände, auf welchem wir an den Wochenenden und bis zum Ende der Weihnachtsferien wohnen werden fuhr. Diese erste Fahrt durch Nagpur haute mich um- alles ist so anders hier! Aber ich habe mich jetzt schon in die Stadt und in den Umgang der Menschen miteinander verliebt.

Die anderen drei wurden von Philips Sohn, David, mitgenommen und waren schon da als ich kam. Das Gelände des NCCI (National Council of Churches in India) hat mich umgehauen, die schönen Blumen und Wege und alten Häuser... Es hat alles eine gewisse Sympathie, wie man sie in Deutschland nicht kennt. Und auch die Familie ist so unglaublich lieb(wir lernten dann noch Mutter und Tochter kennen), wir fühlten uns gleich wie zu Hause. Mit Blumenketten und rotem Pulver wurden wir traditionell empfangen und stellten uns alle bei einer Tasse waschechtem Chai Latte vor. Nach einer kurzen „Unterrichtsstunde“, wo wir Grundlagen in Hindi lernten, nutzten wir unsere Freizeit allesamt zum Schlafen, denn irgendwann wurde sogar ich müde. Und leicht fiel es uns auch nicht, nach knapp 3 Stunden Schlaf wieder aufzustehen, uns fertig zu machen und kurz Mittag zu essen (naja, Mittagszeit war es nicht mehr ganz) um dann 16 Uhr in einer indisch-orthodoxen Kirche zu sein – und zwar um eine Hochzeit mitzuerleben, zu der wir eingeladen wurden. Sonderlich viel Text konnten wir nicht verstehen (aber nicht einmal unsere Gastschwester Maria konnte das), abgesehen von ein paar englischen Einwürfen - dennoch war es eine interessante Erfahrung; wir sahen etliche wunderschöne bunte und glitzernde Saris, viele Menschen und wurden tausendmal vorgestellt. Als einzige europäische Gäste bekamen wir sogar die Ehre, dem Ehepaar Blumenketten aus Rosen und Jasmin umzuhängen und wir bekamen mit, dass man auch hier den „auf-die-falsche-Schulter-tippen“-Trick kennt und darauf hereinfällt! Nach einer weiteren Abenteuerfahrt
durch die Stadt (wir alle haben festgestellt, dass wir es lieben einfach nur durch die Stadt zu fahren und aus dem Fenster zu schauen, damit könnte man Stunden zubringen!) waren wir bei der Gastfamilie zuhause und bekamen wieder Tee und leckere Süßigkeiten, von denen wir allerdings nur probiert haben, denn keiner von uns war hungrig. Und auf der anschließenden Hochzeitsfeier haben wir auch alle nicht allzuviel gegessen- anders als beim Mittagessen gab es hier natürlich nicht extra mildes Essen... Wir alle waren froh dann irgendwann wieder in unseren Betten zu sein, wir haben viele Eindrücke zu verarbeiten.
Vivi (und Christina) 
 
 
 
 

28.12.2013

FRANKFURT AIRPORT


Wir haben es endlich geschafft!!! Dies ist der erste Blogeintrag von dem Super-High-Tech-Weltklasse-Laptop! Dam dam dam!

Wir, Amelie und Maxi, sitzen gerade in einer schoenen (Super, auf diesem Laptop gibt es keine Umlaute und die Tastatur will auch nicht so ganz wie wir...) Hotellounge in der Naehe des Frankfurter Flughafens. Der Laptop, den wir von der Stiftung bekommen haben, bereitete uns einige Schwierigkeiten, weshalb unser erster Eintrag nun so kurz vor der Abreise erfolgt. Aber im Moment gibt es sowieso noch nicht so viel zu berichten, ausser dass sich unsere morgige Abreise noch ziemlich unrealistisch anfuehlt und wir sicherlich schon allein mit dem Flug einem ersten grossen Abenteuer entgegensteuern. Morgen geht es, wie gesagt, in Frankfurt um 11 Uhr los, dann geht es ueber Abu Dhabi nach Mumbai, und von dort dann nach Nagpur, wo wir dann die naechsten 4 Wochen verbringen werden. Eine der interessantesten Begebenheiten dabei, wird die GEPAECKFRAGE sein, denn im innerindischen Flug sinkt das Kilolimit unserer Koffer von 30 auf 15kg. Supi. Zwischen Laptop und Gastgeschenken bleibt dort nur noch wenig Platz fuer Privates. Trotz aller vorangegangener Schwierigkeiten, sind wir voller Vorfreude und Spannung auf die folgende Zeit. Wir lesen uns in Indien, ihr Lieben. Habt eine gute Zeit bis dahin!

READY, SET, GO...

Ihr lieben Globetrotter da draußen,
wir hoffen ihr hattet ein paar schöne Weihnachtstage mit wenig Stress und wenig Familienzank unterm Tannenbaum. Für uns wird es nun langsam richtig ernst.
Morgen früh, so gegen 11, starten wir mit dem Flieger in Richtung Indien. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie nervend aufreibend die ganze Vorbereitung war, und uns erfüllt ein bunter Mix aus Anspannung, Aufregung und Vorfreude. Geplant erreichen wir Mumbai am Montagmorgen und dann geht es so richtig, auch hier auf dem Blog, los. Wir werden täglich von unseren Erfahrungen und Erlebnissen berichten. Also bleibt dran.
Nicht nur dieser Blog wird uns dafür eine Plattform sein, sondern auch der Blog, den die Weltklasse-Stiftung uns eingerichtet hat, das ist Teil des Programms. Da "Inside In Inside Out" aber unter allen Sponsoren und Interessierten als DIE Adresse verteilt wurde, wird er natürlich erhalten bleiben! Und hier wird das gleiche zu lesen sein wie auf dem Blog der Weltklasse Stiftung. Leider ist dort noch kein Eintrag bis jetzt zu finden, da es Probleme mit der Technik gab und wir vier auch relativ weit voneinander entfernt leben und es zu Kommunikationsstörungen kam und Informationsmangel. Aber heute Abend wird, wenn alles klappt -man weiß ja nie-, auch dort ein erster Eintrag erscheinen.
 
Wer also auch nochmal in den Blog der Weltklasse reinklicken möchte, sind unsere Berichte hier zu verfolgen: http://www.blog.weltklasse-pforte.de/ (Das Passwort gandhi14 verschafft dann Zugang)
 
Drückt uns also die Daumen für Flug und Reise! Bilder werden wir wahrscheinlich erst wieder in Deutschland hochladen können, wegen der technischen Möglichkeiten in Indien. Also macht euch erst auf spannende Berichte und später auf zauberhaft bunte Fotos gefasst.
Wir hören voneinander!

23.11.2013

HELLO, ROTARY

Ihr lieben Indien-Interessierten, wir hatten am Montag die furchtbar tolle Gelegenheit, unser Projekt bei einer Sitzung des Rotary Vereins Naumburg vorzustellen und nochmal um Unterstützung zu werben. Das war eine ganz tolle Erfahrung! Maxi und ich, Amelie, waren ersteinmal unglaublich beeindruckt und etwas eingeschüchtert, als die Rotarier über andere Hilfsprojekte, die sie unterstüzen, sprachen. Man bekommt im Alltag leider viel zu wenig mit, was für tolle Projekte es auf der ganzen Welt gibt und die Konzeption des Rotaryclubs ist auf jeden Fall auch eines dieser wirklich tollen Projekte. Dann durften wir das Wort ergreifen, und da das ganze sehr spontan war und wir gerade noch so diesen Termin bekommen hatten, fingen wir an einfach mal zu erzählen. Wir müssen wie Kinder vor einem Weihnachtsbaum ausgesehen haben, denn immer wenn man über sein eigenes Projekt spricht und versucht es anderen zu erklären, wird einem wieder bewusst, wie toll das ganze ist und wie sehr man sich freut. Gefreut haben wir uns auch über das Interesse dieser engagierten Menschen, die sogar neben Familie und Arbeitswelt noch Zeit für "an andere denken" finden. Nachdem wir unsere Ausführungen beendet hatten und wir noch alle Fragen der Anwesenden beantwortet hatten, erwarteten uns tolle Gespräche angefangen von Anekdoten zu Schulpforte, unserem Internatsgymnasium, über eigene Erfahrung in Indien, zu Buchempfehlungen. Aber jeder der uns entgegentrat fand liebe Worte und das war mal wieder eine dieser Sternstunden, die einfach furchtbar glücklich machen. Wir konnten uns einfach austauschen und an diesen Begegnungen wieder etwas mitnehmen. Unsere Fairtrade-Bio-Macadamianüsse aus Kenia waren auf jeden Fall ein Verkaufsschlager an diesem Abend und auch andere Hilfe erwartete uns. Unsere Mission ist es jetzt, in ein paar Monaten schon nach der Reise, zu Rotary zurückzukehren und dann exklusiv von unseren Erfahrungen in Indien zu berichten. Darauf freuen wir uns auch schon ungemein, denn es ist einfach toll, wenn Menschen verstehen, dass man sich auch als junger Mensch für fremde Kulturen interessiert und an Aufgaben wachsen möchte. Danke Rotary, wir kommen wieder!

KULTUR ROCKT - ein Workshop-Wochenende


Da hat man schon wieder 2 Klausuren in einer Woche geschrieben, eine schlechte Mathenote bekommen, einen Berg an Hausaufgaben und sitzt Freitagnachmittag mit dem Ausblick auf ein Workshopwochenende schon etwas verzweifelt da. Nicht ausschlafen, Stunden im Workshop verbringen, nicht nach Hause fahren dürfen und das am Samstag UND Sonntag. "Super", dachten wir. Aber verdammt, wir müden Workshop-Muffel wurden eines besseren belehrt! Uns begrüßte eine sehr sympathische, aufgeschlossene Frau im Rittersaal des schönen Fürstenhauses unserer Internatsschule und ein Lächeln kann, auch an einem Samstagmorgen, Berge versetzen. Wir wurden gleich mit einem teambildenen "Energizer" wachgemacht, der uns erstmal zeigte, wie schwer Kommunikation ohne Worte sein kann, auf jeden Fall ein wichtiger Punkt, mit dem klarkommen muss, wenn man in Länder wie Indien reist. Der Workshop machte riesen Spaß und auf unserer, von Anglizismen durchzogener, Agenda standen folgende Punkte:

¢                        Samstag                                                                  Sonntag

¢                      Einstieg/ Get2know                                                    Kulturshock

¢                        Kultur? Was ist das?                                             Akkulturation

¢                       Icebergmodel                                                            Simulation

¢                      Sozialisation                                                      Überraschungsgast

¢                         Werte                                                                    Koffer packen

¢                      Vorurteile/Stereotypen                                          Teampflege

¢                      Interkulturelle Kommunikation                                Ausstieg

¢                                Botschfafterrolle

Das waren auf jeden Fall tolle Punkte, die uns viel Erkenntnis brachten, viel Neues und ein ganz neues Teamgefühl. Am besten hat uns dabei der Punkt "Überraschungsgast" gefallen. Franzi, unsere junge Workshopleiterin, gab uns die Möglichkeit mit einem waschechten Inder zu skypen, der uns schon die wichtigsten Fragen, die uns auf der Seele brannten von Wie verhalte ich mich richtig? Was darf ich anziehen? bis Was geht gar nicht? beantworten konnte. Alles in allem, wurden unsere Erwartungen bei Weiten übertroffen und unsere Vorfreude ins Unermessliche gesteigert! Indien, wir kommen. Ganz, ganz bald.


 

TIME GOES BY SO FAST

Ach ja, je älter man wird, desto schneller vergehen einfach die Tage.
Für uns ist es so, als würde die Zeit gerade fliegen, als wäre das letzte Jahr einmal ganz schnell vorgespult worden und wir sind jetzt, ein Jahr später, nachdem wir begonnen haben dieses Projekt zu bestreiten, hier angekommen, unmittelbar in den Vorbereitungen zur Reise.
Das war wirklich keine leichte Zeit einerseits, aber andererseits ist es auch toll jetzt fast am Gipfel der Bemühungen angekommen zu sein und auf der einen Seite Indien schon fast zu sehen und auf der anderen Seite hinunter gucken zu können, auf die Strecke die man schon hinter sich gebracht hat. Unsere Visumsanträge sind nun auch endlich eingereicht, was wirklich ein Marathon war, gültige Pässe besitzen wir nun auch alle und geimpft sind wir auch (außer Vivi) gegen (fast) alle Possibilitäten.
Nun zu der oft gestellten Frage: Wie läuft/lief es mit dem Spendensammeln? Habt ihr alles zusammen?
Das war zugegebenermaßen kein leichtes Unterfangen. Gefühlte Millionen E-Mails und Briefe haben wir verschickt, bei diversen Radiosendern angerufen, hoffnungslose Gewinnspiele gemacht, die kostbare Zeit neben Klausuren und zwischenmenschlichen Problemen in Nebenjobs investiert. Oft gab es Absagen, sehr oft. Das war nicht besonders motivierend und oft hingen wir durch und dachten: Wieso interessiert sich denn niemand für dieses tolle Projekt? Aber es gab auch Sternstunden, in denen wir tolle Menschen mit großem Interesse getroffen haben und so liebe Unterstützung und Hilfe erfahren haben. Besonders Frau Reinhardt, unsere Koordinations-Welt:Klasse-Lehrerin hat uns sehr unter die Arme gegriffen und auch unsere Familien standen immer hinter uns. Somit haben wir jetzt so gut wie das gesamte Budget von 8000€ zusammen gekratzt.
Gelernt haben wir viel und gereift sind wir auch, auch jetzt schon, vor der Reise: Man muss den Mut haben, etwas zu wagen. Man muss durchhalten und dranbleiben können und Probleme und Stress souverän meistern, und vor Allem darf man eins nicht verlieren: die Begeisterung.

eure Amelie

10.09.2013

LOVE TO J

Unbedingt und absolut notwendiger Weise muss unserer lieben Johanna dieser Artikel hier gewidmet werden.
Obwohl ein paar Worte ihre Tat immer noch nicht ordentlich und ausführlich genug würdigen können.

Ihr fragt euch, womit sie solch Huldigung verdient hat...?
Okay, zur Geschichte:
Es war eigentlich ein ganz normaler Freitag, Johanna und ich verabredeten uns um ins Kino zu gehen und wahrscheinlich wird mir auch genau deswegen "The Great Gatsby" immer in Erinnerung bleiben :)
Wir fuhren mit dem Auto meiner Tante bis zum Kino und Johanna suchte ganz aufgeregt etwas auf der Rückbank zusammen um es mir dann mit den einfachen Worten:" Also Maxi, du weiß ja, ich war im Sommer arbeiten und naja dabei habe ich eine Menge Geld verdient, und ich dachte mir einfach, dass ihr das auf jeden Fall gebrauchen könntet.", einen Stapel Geld in die Hand.
Ich habe so etwas noch niemals zuvor erlebt, es ging auch nicht einfach nur um das Geld, es ging um die Art, wie sie ihr hart erarbeitetes Geld für das sie so viel Zeit aufgewendet hatte völlig selbstlos hergab um uns zu untertützen.

 Ich denke, dass ihr alle versteht, dass so ein Mensch am besten als Mensch des Jahres überall ausgezeichnet werden sollte!
Liebe Jojo, wir sind so froh, dich zu haben und so unendlich dankbar!
Du bist ein ganz ganz toller und besonderer Mensch,
fühl dich umarmt ganz speziell von mir :*
Deine Christina, Vivi, Amelie und Maxi :)

Lebenszeichen :)

Hallo ihr lieben Lesenden :)
Ja, ich weiß, Weihnachten steht schon fast wieder vor der Tür und unser letzter Post ist nun schon fast wieder genau so lange her :/
In der Zwischenzeit ist eine Menge passiert. Wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt, ging auch das zweite Mitglied unserer ursprünglichen Gruppe und wurde schnellsten ausgewechselt, denn unsere liebe Vivi stieg ein und seit dem sind wir wieder vollständig :)
Zu der erfreulichsten Nachricht: die ersten 4000 Euro sind geschafft und so wurden viele kleine Schritte zu einem wirklich großen Schritt, der Indien auf einmal so greifbar machte, wie noch niemals zuvor.
Die Flüge sind gebucht und über Silvester heißt es dann also: "Bye, Bye Germany und Namaste India "
Die Zeit drängt jedoch, denn in den verbleibenden drei Monaten müssen wir das verbleibende Geld unbedingt zusammenbekommen.
Gerade sind also alle ganz fleißig am E-Mail schreiben und versenden.
Stress wird uns wohl auch noch in den nächsten Wochen begleiten, wir müssen geimpft werden, das Visum beantragen, ein Vorbereitungsseminar absolvieren und daneben noch ein bisschen Oberstufe schaukeln! ;)
Doch für Indien tun wir wirklich alles uns nur Mögliche!

In nächster Zeit versuchen wir regelmäßiger zu schreiben, versprochen! :)
Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend, vielleicht denkt ihr mal an uns und erzählt am besten jedem der euch über den Weg läuft von unserem Vorhaben.
Denn wer weiß, vielleicht laufen die großzügigen Spender irgendwo auf der Straße rum oder vielleicht befinden sich auch einige davon unter euch! :)
Und denkt daran, jeder Euro zählt ! :)




06.01.2013

Nachtrag zur Aktion "Pforte für Indien"

Liebe Leser,
die Weihnachtszeit findet nun so langsam ihr Ende... Bäume sind teilweise nicht mehr als solche zu erkennen und werden aus den Häusern geschleppt, Geschenke stapeln sich noch immer zu riesigen Türmen, die man einfach nicht bereit ist weg zu räumen... der Zauber verfliegt!
Was bleibt sind Erinnerungen an eine schöne Weihnachtszeit, in unserem Fall sind das nicht gerade wenige.
Jedes Adventswochenende waren wir auf Weihnachtsmärkten ( unser Favorit der Leipziger Weihnachtsmarkt) unterwegs und haben uns mühsam aber mit viel Freude Geld für unser Projekt ersungen.
Höhepunkt davon war auf jeden Fall das zweite Adventswochenende, an dem wir einen Stand auf dem Naumburger Weihnachtsmarkt organisiert hatten um dort Ihre Geschenke zu verpacken.
Nun ja mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, denn das große Geld blieb bei dieser Aktion leider aus und wir verpackten an einem Tag gerade mal ein Geschenk, dafür bekamen wir ein paar Frostbeulen gratis :)
Ansonsten war aber auch dieses Wochenende mit einer Menge Spaß und auch Erfolg verbunden, wir sangen auf den Straßen, Menschen bleiben stehen und hörten erstaunt zu. Einer Reisegruppe lud uns sogar zu einer kleinen Vorstellung in der Wenzelskirche ein und wie es das Schicksal eben möchte, gaben wir ein ganz spontanes Konzert am Mittag, dass uns auch einen schönen Verdienst einbrachte.

Wir blicken also recht zufrieden auf das letzte und gleichzeitig auch erste halbe Jahr unseres Indienprojekts zurück.
Natürlich gibt es noch eine Menge für uns zu tun und so sind die nächsten Schritte erst einmal größere Sponsoren anzuschreiben, auch ein weiteres Konzert in der Pfingstzeit ist schon geplant. Über alles weitere werden wir hier natürlich immer fleißig berichten.
Wir bedanken uns hier schon einmal für alle Spenden, die wir bisher erhalten haben und hoffen natürlich, dass es uns im Jahr 2013 gelingt die 8000 Euro für Indien zu erlangen.

Bedanken möchten wir uns ganz besonders bei Lea Katharina Gramzow und Viviane Hammermüller, ohne die das Singen gar nicht möglich gewesen wäre und die uns tatkräftig unterstützt haben.
Und so würde ich mal sagen, dass wir immer noch hochmotiviert und voller Elan das neue Jahr angehen und damit auch den nächsten Schritt nach Indien :)

( Maxi Rauschenbach)