17.01.2014

Toleranz und Miteinander


 
16.01.2013
 
Unser Donnerstag begann wie die meisten Tage in Kalmeshwar, lange Schlafen, frühstücken, wobei mir jedes Mal auffällt, wie mobil kleine indische Kinder schon morgens sind und wie ruhig es dagegen im Pforte Speisesaal zugeht und anschließenden Stunden in der Pioneer School und dem Nachmittagsunterricht hier in Prerana.
Da dieser Tag, relativ ruhig und „gewöhnlich“ verlief und ich nicht so recht wusste, was ich darüber hätte schreiben können schlug mir Christina vor, ebenso wie sie eine Liste mit Dingen, die ich an Deutschland vermisse aufzustellen.
Ich entschied mich allerdings gegen diesen Vorschlag, denn, um ganz ehrlich zu sein, würde diese in meinem Fall wohl viel zu lang ausfallen.
So beschloss ich einfach über zwei Tage zu schreiben und über den darauf folgenden Freitag lässt sich auf jeden Fall viel berichten...
*
 

17.01.2013
 
Ebenso wie der Donnerstag Morgen gestaltete sich auch der Freitag Morgen recht routiniert, mit dem einzigen Unterschied, dass Vivi und ich heute das große Vergnügen hatten, die kleinen Racker alleine zu bändigen, stundenlang Humu Humu zu tanzen und uns dabei völlig zum Clown zu machen;) während Amelie und Christina auserwählt waren an der St.Thomas Orthodox Seminary School, die als Ausbildungsstätte für heranwachsende Priester fungiert, zu unterrichten.
Ich glaube, dass sie es wirklich genossen haben, einmal mit Menschen Englisch zu reden und somit auf einer guten Grundlage unterrichten zu können.
Die Zeit bis zum Lunch verbrachten wir dann also damit Fotos von den heranwachsenden Patern und Priestern anzusehen.
Der heutige Nachmittagsunterricht war einmal wieder ein voller Erfolg für Amelie und mich. Mittlerweile genieße ich die Arbeit mit den behinderten Kindern so sehr, denn sie sind unglaublich aufmerksam und diszipliniert und jedes Lachen, dass sie dir schenken ist so unglaublich ehrlich und herzlich, dass man sie einfach gern haben muss.
Manchmal würde ich sie gerne besser verstehen können, wenn sie Späße machen und auf einmal anfangen zu lachen und wir einfach keine Ahnung haben warum.
Ich habe jeden einzelnen in mein Herz geschlossen und bin unglaublich dankbar dafür, dass man etwas hinterlassen kann und auch hinterlassen wird, mit unserer Arbeit, die wir hier täglich verrichten. Es ist ein unglaublich gutes Gefühl, diese Kinder glücklich zu sehen.
Der Unterricht vergeht am Nachmittag dementsprechend immer unglaublich schnell.

Wir begaben uns nach der kleinen Spielstunde mit den Kindern in die St.Thomas Orthodox Seminary School, an der Amelie und Christina schon am Morgen gewesen waren um mit den Studenten dort ein bisschen Badminton zu spielen, wir hofften alle inständig, dass aus dem geplanten Sport und Spiel eher ein bisschen Interaction werden würde, bei der wir nicht so viel herum springen müssten.
Doch vor jeglicher sportlichen Aktivität musste erst einmal der obligatorische Tee getrunken werden, wir bekamen diesen in einer großen Halle, die mich sehr an unseren Speisesaal in Pforte erinnerte serviert und diesmal eine ganz besondere Spezialität, die mir aus den vielen Thailandurlauben schon sehr vertraut war, dazu.
Frittierte Bananen, ich konnte es kaum glauben, sie schmeckten ebenso süß und knusprig wie in meiner Erinnerung und ich hatte so etwas nun schon seit sieben Jahren nicht mehr gegessen.
Ihr könnt euch daher sicher meine Begeisterung vorstellen, die so groß war, dass ich mir gleich noch ein paar von diesen süßen Dingern beim Vorbeigehen in die Tasche steckte.
Doch nun zum eigentlichen Teil, dem Badminton spielen, wozu ich sagen muss, es kam wirklich dazu, wenn auch nicht lange, aber Christina und ich waren tapfer und spielten mit den überaus talentierten Jungs ein bisschen Badminton.

Sicherlich haben sie uns nach zehn Minuten auch nicht gefragt, ob wir vielleicht lieber einem „richtigen“ Match zusehen wollten, weil wir irgendwie nicht gut gespielt hätten oder so, nein nein, ich glaube, sie wollten uns einfach nur zeigen, was sie drauf haben, richtige Jungs eben ;)
Kurz darauf viel uns sofort die orthodoxe Kirche des Geländes auf, die wirklich einmal an eine richtige Kirche, wie wir sie in Deutschland kennen erinnerte. Pater Cherrien, ein ebnso unglaublich freundlicher Mensch, wie alle Pater, die wir bisher kennen lernen durften führte uns in die Kirche hinein und obwohl es in dieser ebenso stark nach Räucherstäbchen, wie in sämtlichen Tempeln hier, roch, war die Atmosphäre doch eine ganz andere, diese Kirche strahlte Bescheidenheit und Einfachheit aus, ebenso, wie es die Studenten hier leben und vorgelebt bekommen.
Ich mochte diesen Ort sowieso unglaublich gerne, überall gab es saubere Grünanlagen und wie überall in Indien, sobald es ein paar grüne Bäume gibt, ist die Luft, die man atmet gleich viel besser!
Wir setzten uns auf die Stufen vor der Kirche und unterhielten uns noch lange mit Pater Cherrien, dabei ist mir ein Gedanke von ihm ganz besonders im Gedächtnis geblieben: „ Die Leute, bezeichnen euch als Weiße und warum?, weil eure Haut weiß ist und uns, uns bezeichnen die Leute als Asiaten, dabei haben wir doch alle eine Nase, einen Mund und zwei Augen. Mit der Religion ist es genau das Gleiche, jede Religion spricht von Liebe und Hoffnung und so hat jede Religion ihr Berechtigung, eben wie jeder Mensch das Recht hat gleichgestellt neben einem anderen zu leben.“

Selbst auf dem Rückweg zur Prerana School unterhielten wir uns noch viel mit Pater Cherrien, als wir die Auffahrt hinauf liefen kam uns Bibi schon aufgeregt entgegen, wir sollten uns jetzt beeilen, denn für heute stand Tempel Visiting auf dem Plan.
Wir sprangen also von einer Attraktion zur nächsten, auf der Autofahrt redete Bibi mal wieder mehr als alle anderen, aber, wir sind ja schon daran gewöhnt ;)
Als wir den Tepel dann erreicht hatten, waren wir wieder umgeben von heiligen Kühen, Straßenhunden und Räucherstäbchen, wie immer wurden wir zur Attraktion und jeder machte ein Foto von uns, aber auch das lassen wir uns mittlerweile gerne gefallen.

Auch dieser Tag verging wieder wie im Flug und wenn man überlegt, dass uns nun schon das letzte Wochenende bei unseren Gastfamilien bevorsteht fragt man sich eine im Leben wohl sehr oft gestellte Frage: „Wo ist nur die ganze Zeit hin?“
Das werden wir uns sicherlich noch oft fragen, auch wenn wir uns schon längst wieder auf deutschem Boden befinden.
Es gilt also, die Zeit, die uns hier noch bleibt zu genießen und ich denke, dass uns das auch immer leichter fällt.
Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Abend!

Maxi


P.S. Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, klappt das Hochladen unserer Fotos endlich! Wir werden nun Stück für Stück jeden Post (je nach Möglichkeit der Internetanbindung) mit Fotos auffüllen. Klickt euch also noch einmal fleißig durch alle Posts und seid gespannt auf die vielen tollen Bilder, die euch dort erwarten! ;)

2 Kommentare:

  1. Hurra, mit Fotos ist das doch was ganz anderes, weil viel besser vorstellbar.

    Herzliche Grüße

    Peter Maser.

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  2. Hallöchen ihr Lieben,
    ihr habt so Recht mit der Zeit. Ihr werdet sie nie vergessen und euch des Öfteren fragen, wo sie denn nur geblieben ist. Genießt eure restlichen Tage dort und saugt jeden einzelnen Moment ganz intensiv auf!

    Liebste Grüße von Pauli.

    P.S. Ich habe totales Fernweh bekommen als ich euch am Mittwoch kurz beim Skypen sah. :(

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