24.01.2014

मेहंदी

Einen besseren letzten Tag in Nagpur hätte man sich wohl kaum wünschen können. Und ich habe es tatsächlich die meiste Zeit geschafft, zu verdrägen, dass es eben dieser ist: der letzte. Und nun sitze ich mitten in der Nacht auf dem Bett, und obwohl ich eigentlich dringend schlafen müsste, höre ich die Indien-Playlist und verfasse noch einen letzten Blogeintrag.

So normal der Tag begann, so unnormal endete er. Er begann mit einem Schulbesuch: 10 Uhr wurden wir von Maxis Gastvater abgeholt und durch viele fremde Gegenden (die vier Wochen haben also noch nicht einmal gereicht, um Nagpur vollständig kennenzulernen) zu einer Schule gebracht, an welcher Maxis Gastmutter Deutsch unterrichtet. Mal wieder begegneten wir dort tausenden von Gesichtern, die uns mit Staunen betrachteten. Auf einer ziemlich großen Bühne sitzend, tanzte man mal wieder für uns (man muss sagen, die Jungs überraschten uns mit ihrem Können) und hieß uns Willkommen, anschließend gab es die übliche interaction time, in welcher man uns Fragen stellte - und zwar zur abwechslung mal alles auf Deutsch! Die Konversationen waren zwar dementsprechend vielseitig, aber es war trotzdem ein schönes Gefühl. Und statt dem anschließenden Tea gab es indischen Kaffee - zu unserer aller Freude, denn ich liebe zwar den indischen Tee, aber den Kaffee mindestens genauso, und den haben wir erst viel zu selten bekommen.

Im NCCI warteten bereits zwei Mädchen mit Henna-Farbe auf uns. Unser Lunch war demzufolge ziemlich hektisch - umso ruhiger dann allerdings das viele Warten, während wir uns von den beneidenswert talentierten Mädchen Hennas machen lassen haben.

Und als wir die Farbe an der Sonne trocknen ließen, machten wir noch ein paar tolle Bekanntschaften mit Volleyballspielern aus Nordindien, die wir sowohl von ihrem Aussehen als auch ihrer Sprache her zuerst eher China als Indien zugeordnet hätten. Das Kofferpacken verschob sich also um weitere zwei Stunden nach hinten - wofür ich gar nicht so undankbar war, denn alles, was damit zu tun hat, dass ich Indien bald verlassen muss, verschiebe ich gerne so weit wie möglich nach hinten.

Glücklicherweise kamen Bibi und Philip ziemlich viel später als sie angekündigt hatten, sonst hätte ich das Packen wohl kaum geschafft. Und in demselben weißen Minibus, mit dem Philip mich am allerersten Tag hier vom Flughafen ins NCCI gefahren hat, sind wir noch ein letztes Mal durch Nagpurs Nachtleben gefahren und haben ein paar Kiosks besucht, uns dann in ein Café gesetzt, in dem wir die süßesten Milchshakes und Kaffegetränke und den schokoladigsten Schokoladenkuchen meines Lebens zu uns genommen und noch einmal unsere Erlebnisse in Indien ausgewertet haben. Und zum Schluss haben wir am Straßenrand noch eine ganze Menge Obst für unser letztes indisches Frühstück gekauft, unser letztes indisches Frühstück.
(Welches schon in fünf Stunden sein wird, die wir nicht damit verbringen sollten, daran zu denken, dass wir schon morgen mein neues Lieblingsland verlassen werden - und wer weiß, wann ich jemals wiederkomme.)



Vivi
 
 

2 Kommentare:

  1. Einer gute Heimreise! Eure Berichte und dann auch die Fotos waren für mich immer eine Freude. Ich bin schon gespannt auf Eure Berichte nach Rückkehr in die Heimat. Pforta wartet auf Euch!
    Herzliche Grüße
    Peter Maser.

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    1. Auch wenn es für euch nicht einfach wird..wir freuen uns schon total!!

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